Apple App Store

Apple verschärft Regeln gegen einfache Kopien im App Store

Apple hat die App-Store-Richtlinien überarbeitet. Neue Formulierungen machen deutlicher, dass einfache Kopien, veraltete Apps und bestimmte Spam-Kategorien künftig schlechtere Chancen haben.

Von   Uhr

Apple zieht die Zügel im App Store etwas fester an. Das Unternehmen hat seine App Store Review Guidelines aktualisiert und dabei vor allem die Regeln für wenig eigenständige oder qualitativ schwache Apps präzisiert.

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Quickread: Auf einen Blick
  • Apple hat die App Store Review Guidelines aktualisiert.
  • Einfache Kopien und wenig gepflegte Apps geraten stärker unter Druck.
  • Bestimmte überfüllte Kategorien müssen einen klaren Mehrwert bieten.
  • Apps mit nutzergenerierten Inhalten brauchen klare Maßnahmen gegen Regelverstöße.
  • Live Activities dürfen nicht für Spam, Phishing oder unerwünschte Nachrichten genutzt werden.

Im Mittelpunkt steht Abschnitt 4.3(b), der sich mit Spam und überfüllten App-Kategorien befasst. Apple schreibt nun deutlicher, dass Entwickler keine Apps einreichen sollen, die kaum von bereits breit verfügbaren Angeboten zu unterscheiden sind. Gemeint sind vor allem Varianten bekannter App-Typen, die keinen erkennbaren Mehrwert bieten.

Strengere Regeln für bekannte App-Kategorien

Apple nennt dabei mehrere Beispiele. Neue Dating-Apps, Taschenlampen-Apps, Soundeffekt-Apps, Wallpaper-Apps, einfache Timer und Wahrsage-Apps sollen nur noch zugelassen werden, wenn sie eine „meaningfully different or improved experience“ bieten – also eine spürbar andere oder verbesserte Erfahrung.

App Store Review Guidelines erklärt!

Die App Store Review Guidelines sind Apples Regelwerk für Apps im App Store. Sie legen fest, welche Inhalte, Funktionen und Geschäftsmodelle erlaubt sind. Entwickler müssen diese Vorgaben einhalten, damit ihre Apps zugelassen werden oder im Store bleiben dürfen.

Neu ist auch die schärfere Formulierung für bereits vorhandene Apps. Anwendungen aus solchen Kategorien können laut Apple aus dem App Store entfernt werden, wenn sie nicht aktualisiert oder verbessert werden oder keine Nutzer anziehen. Damit geht es nicht nur um neue Einreichungen, sondern potenziell auch um ältere Apps, die kaum noch gepflegt werden.

Einige Kategorien bewertet Apple besonders kritisch. Dazu zählen unter anderem Trinkspiel-Apps, Kama-Sutra-Apps sowie Furz- und Rülps-Apps. Wiederholte Einreichungen solcher Anwendungen können laut den aktualisierten Regeln sogar dazu führen, dass Entwickler aus dem Apple Developer Program entfernt werden.

Mehr Verantwortung bei nutzergenerierten Inhalten

Apple hat außerdem Abschnitt 1.2 zu Apps mit nutzergenerierten Inhalten ergänzt. Entwickler sollen demnach dafür verantwortlich sein, Inhalte zu entfernen, die gegen die App-Store-Richtlinien, eigene Nutzungsbedingungen oder Community-Regeln verstoßen.

Findet Apple solche Inhalte, kann das Unternehmen die Entwickler auffordern, sie zu entfernen und einen Plan zur besseren Einhaltung der Regeln vorzulegen. Je nach Reaktion kann eine App vorübergehend aus dem App Store verschwinden, bis Verbesserungen nachgewiesen werden. Bei schwerwiegendem oder wiederholtem Fehlverhalten droht auch hier der Ausschluss aus dem Apple Developer Program.

Live Activities dürfen nicht für Spam genutzt werden

Eine weitere Änderung betrifft Live Activities. Entwickler dürfen diese Funktion laut den aktualisierten Regeln nicht nutzen, um Nutzerinnen und Nutzer mit Spam, Phishing-Versuchen oder unerwünschten Nachrichten zu erreichen.

Das ist eine naheliegende Ergänzung, weil Live Activities direkt auf dem Sperrbildschirm und in der Dynamic Island sichtbar sein können. Missbrauch wäre damit besonders präsent – und für Apple entsprechend heikel.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Apple formuliert hier keine völlig neue App-Store-Politik, macht bestehende Grenzen aber deutlich schärfer. Für Nutzer kann das den Store übersichtlicher machen, weil einfache Kopien und veraltete Mini-Apps weniger Raum bekommen. Für Entwickler steigt zugleich der Druck, auch in etablierten Kategorien einen klar erkennbaren Mehrwert zu liefern. Spannend ist vor allem der Punkt zu bereits veröffentlichten Apps: Apple hält sich damit ausdrücklich die Möglichkeit offen, schlecht gepflegte Altbestände auszusortieren.

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